Stiftung Warentest testet Heizkörperthermostate

Was sagt die Stiftung Warentest zu Heizkörperthermostaten?

Energiesparen durch Heizthermostate ist ein wichtiges Thema, dem sich auch die bekannte deutsche Verbraucherorganisation Stiftung Warentest gewidmet hat, und zwar zuletzt in den Jahren 2000 und 2008.

2008: Heizkörperregler bei der Stiftung Warentest

Im jüngsten Test aus dem Jahre 2008 wurden 11 Heizkörperthermostate im Wert von 8,50 bis 120 € näher unter die Lupe genommen und Tipps zum Sparen gegeben. Im Test der Stiftung Warentest standen sowohl mechanische als auch programmierbare Geräte verschiedener Hersteller.
Werfen wir also einen näheren Blick auf die Untersuchungsweise und die Ergebnisse, denn sie geben gute Tipps, worauf man beim Kauf eines Heizkörperthermostates achten sollte.

Die Spar-Tipps der Stiftung Warentest

Bevor die Stiftung Warentest einzelne Geräte genauer getestet hat, ermittelte die Verbraucherorganisation das Sparpotenzial, welches eine mittlere Altbauwohnung dank eines programmierbaren Thermostatventiles besitzt. Ergebnis: Vorausgesetzt man senkt die Temperatur während der Abwesenheit um etwa vier Grad herab, kann man etwa zehn Prozent Heizkosten sparen. Die teureren programmierbaren Thermostate lohnen sich also ganz besonders.

Deutlich billiger sind dagegen die mechanischen Regler, die insgesamt sehr gut abschnitten, aber nicht den Komfort einer zeitgesteuerten Regelung bieten. Da sie rein mechanisch funktionieren, kommen sie allerdings ohne Batterien aus.

Unter den programmierbaren Thermostaten befinden sich zwei, die aus mehreren Komponenten (Thermostatkopf, Raumregler, Temperaturfühler und wahlweise ein Fensterkontakt) bestehen. Das bedeutet, dass der Temperaturfühler bei ELV und Conrad nicht wie sonst üblich im Ventilkopf integriert ist, sondern frei platziert werden kann. Via Funk werden die Zimmertemperatur und das Fenster überwacht und die Ventile über den Raumregler gesteuert.
Der Vorteil dieser Systeme liegt in der Schnelligkeit, mit der die Fensterkontakte melden, wenn ein Fenster zum Lüften geöffnet wird. Innerhalb von nur 30 Sekunden schließen die Ventile, um Energie zu sparen. Die anderen getesteten Thermostate benötigen dagegen etwa anderthalb Minuten, bis sie das geöffnete Fenster durch den plötzlichen Temperaturabfall erkennen. Die Thermostate im sogenannten Baukastenprinzip sind allerdings auch deutlich teurer.

Was und wie wurde getestet?

Die Stiftung Warentest hat die getesteten Heizkörperthermostate auf ihr Regelungsverhalten, die Handhabung und den Batterieverbrauch getestet. Letzterer entfällt natürlich bei mechanischen Reglern, die ohne Batterien auskommen. Bei den programmierbaren Thermostaten ging der Batterieverbrauch dagegen mit 5 % in die Gesamtwertung ein, während das Regelungsverhalten 55 % und die Handhabung 40 % beitrugen.

Die Experten der Stiftung Warentest überprüften über 24 Stunden hinweg das Regelverhalten der Geräte. Dabei testeten sie nicht nur, wie stark die reale Raumtemperatur vom Sollwert abweicht, sondern auch, wie konstant das Heizkörperthermostat die gewählte Raumtemperatur halten kann und wie sich die programmierte Sollwertabsenkung verhält. Zudem wurde gemessen, wie gut die Geräte den Einfluss von Fremdwärme z. B. durch Sonnenwärme, elektrische Geräte oder Personenwärme berücksichtigen. Schließlich wurde auch das Verhalten der Geräte bei einer Fensteröffnung eingeschätzt.

Für die Bewertung der Handhabung wurden sowohl Laien als auch Experten herangezogen. Sie schauten sich die Montage- und Bedienungsanleitung sowie die Wartung näher an und probierten das Gerät selbst aus. Auch der Geräuschpegel des batteriebetriebenen Ventilantriebs wurde hier bewertet.

Für den Batterieverbrauch wurde der Stromverbrauch innerhalb von 24 Stunden gemessen und auf ein Jahr hochgerechnet.

Im Test standen folgende Geräte:

Programmierbare Thermostate:
  • ELV FHT 80B Set
  • Honeywell Rondostat HR-20E
  • Heimeier E-Pro mit Programmier­stick
  • Honeywell HR-40
  • Eurotronic Thermotronic Basic
  • Eurotronic Thermotronic Premium Starterset
  • Heimeier E-Pro ohne Programmier­stick

Mechanische Thermostate:
  • Danfoss RAW 5110
  • Heimeier Thermolux K
  • Oventrop Uni XH
  • Honeywell MNG thera-3
Ein Blick auf das Hauptgebäude der Stiftung Warentest in Berlin.
Ein Blick auf das Hauptgebäude der Stiftung Warentest in Berlin.

Die Ergebnisse im Überblick

Bei den programmierbaren Heizkörperthermostaten konnten vier Produkte ein Gesamtergebnis von „GUT“ erreichen. Der Testsieger ELV FHT 80B Set erzielte insgesamt eine Note von „1,8“, auch wenn er beim Batterieverbrauch mit „3,2“ nur „befriedigend“ war. Überzeugen konnte vor allem das gute Regelungsverhalten insbesondere bei der Fensterlüftung. Auf Platz zwei und vier haben es zwei Geräte aus dem Hause Honeywell geschafft. Das Honeywell Rondostat HR-20E („1,9“) und Honeywell HR-40 („2,0“) besitzen ebenfalls ein sehr gutes Regelungsverhalten, sind aber preislich deutlich günstiger als der Testsieger und können beim Batterieverbrauch sogar mit einer guten Note („2,4“) punkten. Ein sehr gutes Ergebnis beim Batterieverbrauch legte dagegen Platz drei der Gesamtliste ein. Trotz des sehr guten Batterieverbrauchs von „1,2“ erreichte der Heimeier E-Pro mit Programmier­stick insgesamt aber nur ein „GUT“ (2,0).

Überraschend fällt das Ergebnis bei den mechanischen Thermostaten aus. Die günstigen Geräte, die man teilweise schon für unter 10 Euro bekommt, schnitten allesamt mit „GUT“ ab. In allen Einzelbewertungen gab es keine schlechtere Note als „2,0“. Eine gute Nachricht also für alle, die Energie sparen wollen und nie vergessen die Heizung selbst herunterzudrehen, wenn sie das Haus verlassen. Denn die zeitliche Steuerbarkeit entfällt hier natürlich.

2008: Fazit der Untersuchung der Stiftung Warentest

Heizkostensparen ist mit den mechanischen Thermostaten nicht nur günstig, sondern auch leicht – auch wenn programmierbare Geräte natürlich deutlich höhere Einsparpotenziale bieten. Die guten Ergebnisse im Test zeigen, dass zumindest die mechanischen Regler in keinem Haushalt fehlen sollten. Wer dagegen auf Komfort durch programmierbare Thermostate setzt, sollte genauer hinsehen und sich über die Funktionen informieren. Die Details im Test zeigen mögliche Schwächen und Stärken der Geräte. Doch ein Manko bleibt:
Da die Stiftung Warentest die Geräte nur einen Tag lang getestet hat, können sie zwar Aussagen zur Handhabung und zum Regelungsverhalten treffen sowie den Batterieverbrauch hochrechnen. Genaue Angaben, wie lange die Geräte in der Praxis wirklich zuverlässig arbeiten, können sie dagegen nicht geben. Wer sich gut informieren will, sollte daher auch Kundenfeedbacks lesen, um von deren Erfahrungen in der Langzeitnutzung zu profitieren. Hier stellen sich so manche Testsieger schon nicht mehr ganz so gut dar. Zudem gibt es mittlerweile deutlich mehr Hersteller, die effiziente Heizkörperthermostate anbieten. Bleibt also zu hoffen, dass die Stiftung Warentest die neuen Geräte bald wieder einmal auf ihre Tauglichkeit testet.
Einsehen können Sie den Test auf der Seite der Stiftung Warentest: test.de
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