Praxistest: Heizkörperregler HR20-Style von Honeywell

Der HR20-Style-Heizkörperregler aus dem Hause Honeywell ist seit Jahren ein Klassiker unter den elektronischen Thermostaten und wurde jetzt optisch verbessert. Die altbewährte Technik ist nun in einem neuen, hochwertigen Gehäuse eingebaut und soll laut Herstellerangaben den Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent senken, da Nutzer dank der individuellen Programmierbarkeit die Heizzeiten zeitlich steuern können. Zusätzlich sorgt eine „Fenster-Auf“-Erkennung für das automatische Herunterfahren der Heizung beim Lüften. Schauen wir also in unserem Test, wie sich das Gerät in der Praxis bewährt hat.
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Optik und Zubehör des HR20-Style Heizkörperthermostates

Auf den ersten Blick sieht das 6,8 x 6,8 x 6,5 cm große und 177 g schwere Gerät sehr ansprechend aus. Ein großes Display erleichtert beim Honeywell Thermostat HR-20 das Ablesen und Programmieren und modern gestaltete Bedienelemente mit breiten, grauen Tasten sowie einem Stellrad sind praktisch beim Bedienen. Anders als zum Beispiel beim HR30 Comfort+ ist das Display nicht beleuchtet, kann aber dennoch gut abgelesen werden, wenn der Raum hell genug ist.
Am Kunststoffgehäuse befindet sich ein Metallverschluss, mit dem man das Gerät an der Heizung befestigen kann. In der Lieferung sind aber auch verschiedene Adapter für die gängigsten Ventile enthalten. Andere Adapter muss man eventuell separat bestellen.
Die beiden zusätzlich benötigten AA-Batterien sind übrigens nicht in der Packung enthalten und müssen gekauft werden, damit das Gerät funktioniert.

Einfache Installation

Wie bei den meisten Heizkörperthermostaten ist die Installation relativ einfach – vorausgesetzt die Adapter passen. Kann das HR20-Style Heizkörperthermostat ohne zusätzliche Adapter installiert werden, benötigt man weniger als eine Minute für dessen Installation. Beim Kauf sollte man auf jeden Fall überprüfen, ob die Adapter auf die eigene Heizung passen und im Zweifel beim Verkäufer nachfragen.
Wichtig bei der Installation ist, dass das alte Thermostat vor der Demontage voll aufgedreht wird. Auch der HR20-Style Heizkörper muss anschließend – wie alle Thermostate – ebenfalls voll aufgedreht werden, bevor er festgeschraubt wird. Dies geht dank des geriffelten Feststellrings übrigens auch per Hand.

Die Programmierung und Funktionen

Nachdem das HR20-Style Heizkörperthermostat von Honeywell installiert wurde, kann es dank der praktischen Voreinstellung schon in Betrieb genommen werden. Selbstverständlich kann man die Heizzeiten aber auch individuell für jeden Tag einzeln einstellen. Leider sind dabei nur vier Stellzeiten möglich. Zudem muss jeder Tag einzeln eingerichtet werden. Bei anderen Geräten kann man dagegen alle Wochentage und das Wochenende zusammen programmieren.

Zur Programmierung kann man den Thermostatkopf auch abnehmen, was recht praktisch ist. Vor allem, wenn die Heizung schwer zugänglich ist. Das Drehrad hilft bei der Programmierung und macht diese besonders intuitiv, sodass man die Einstellungen auch ohne Nutzerhandbuch machen kann. Dieses zu lesen, empfiehlt sich dennoch, um alle Funktionen kennenzulernen und zu verstehen.

Das programmierbare Heizkörperthermostat HR20-Style besitzt eine „Fenster-Auf“-Funktion, mit das Gerät automatisch erkennt, wann gelüftet wird. Sobald dies geschieht, wird die Heizung heruntergefahren, um Energie einzusparen.

Der „Voll-Hub-Modus“ nutzt den gesamten möglichen Hubweg des Ventils, wenn die Heizung trotz programmierter Temperatur nicht genügend warm wird. Dies führt zu einem erhöhten Batterieverbrauch. Normalerweise reicht jedoch der werkseitig eingestellte default-Ventilhub-Modus, bei dem nur ein eingeschränkter Hub verwendet wird.

Vor allem bei kalkreichem Wasser ist der Verkalkungsschutz nützlich. Dabei wird das Ventil einfach einmal pro Woche vollständig geöffnet und so Warmwasser durchgelassen. Dank dieser automatischen Funktion wird das Verklemmen des Ventils vermieden.

Die Frostschutz-Automatik verhindert dagegen das Einfrieren von Heizungen, indem es die Heizung stets auf einem Minimum laufen lässt. So können Sie auch bei längerer Abwesenheit, Schäden an der Heizung vermeiden.

Funktionen im Überblick

  • individuelle Programmierung für jeden Tag mit vier Schaltzeiten pro Tag
  • leichter Schnellstart mit voreingestellten Heiz- und Sparzeiten
  • automatische „Fenster-Auf“-Erkennung für energiesparendes Lüften
  • manipulationssicher durch Kindersicherung
  • manueller Betrieb
  • Voll-Hub-Modus für den Fall, dass die Heizung trotz programmierter Temperatur nicht ausreichend warm wird
  • Frostschutz-Automatik
  • Verkalkungsschutz (kurzes, vollständiges Öffnen des Ventils einmal/Woche)

Der programmierbare Heizkörperregler HR20-Style im Betrieb

Die Funktionen sind beim HR20-Style nicht allzu üppig, aber für nicht allzu anspruchsvolle Nutzer hilfreich. Doch wie machen sich die versprochenen Möglichkeiten in der Praxis? Wir haben genauer hingeschaut.

Wie bei allen Heizkörperthermostaten hängt der tatsächliche Spareffekt, der beim Heizen erreicht werden kann, vom Nutzerverhalten ab. Da das Honeywell Thermostat HR-20 nur vier Schaltzeiten hat, dürften 30 Prozent Energieersparnis relativ unrealistisch sein. Dies reicht nämlich nur aus, um die Heizung zweimal täglich hoch- und wieder runterfahren zu können. Eine genauere Abstufung ist dagegen nicht möglich. Trotzdem können einige Nutzer, die regelmäßig vergessen, die Heizung runterzudrehen, wenn sie das Haus verlassen, wohl mit einer Energieersparnis von etwa 10 Prozent oder mehr rechnen. Zusätzlich erleben sie durch den Automatikbetrieb deutlich besseren Komfort als dies ohne ein programmierbares Thermostat der Fall wäre.

Größere Einsparergebnisse könnte man erzielen, wenn die „Fenster-auf“-Funktion zuverlässig funktionieren würde. Dies ist allerdings nicht immer der Fall. Hierbei kann man auch bemängeln, dass die automatische Temperaturerkennung nicht individuell regelbar ist. Bei den Nachfolgermodellen wie H25 und H30 bzw. vielen anderen Heizkörperthermostaten ist dies dagegen möglich.

Zahlreiche Nutzer in Internetforen beklagen zudem, dass ihr HR20-Style Heizkörperthermostat schon nach einem Jahr oder weniger Fehlmeldungen anzeigt und nicht mehr funktioniert. Zwar kann man dann das Gerät an Honeywell schicken und Ersatz verlangen. Dies machen aber nicht alle Nutzer.

Auch die Leistung der Batterien, die laut Herstellerangaben etwa 2 Jahre überdauert, ist in der Praxis wohl deutlich niedriger.

Die Lautstärke des Thermostats ist dagegen relativ gering. Das kurze Surren des Stellmotors wird nur selten als störend empfunden, ist aber hörbar. Daher wird der Einsatz in Schlafräumen nur bedingt empfohlen.

Das nicht kippbare und nicht beleuchtete Display, das sich oben am Gerät befindet, könnte sich bei überbauten oder in Nischen stehenden Heizkörpern als problematisch erweisen, da man es hier nicht gut lesen kann. Wird der HR20-Style-Heizkörperregler aus dem Hause Honeywell dagegen unten am Heizkörper angebracht, bietet dieses Display vielleicht sogar Vorteile.

Pro:
  • günstiger Preis
  • Tasten-/Kindersicherung
  • abnehmbarer Thermostatkopf

Contra:
  • magere vier Schaltzeiten
  • „Fenster-Auf“-Funktion funktioniert nur schwerfällig
  • keine Urlaubsfunktion
  • bei vielen Nutzern häufige Fehlermeldungen oder komplettes Versagen nach relativ kurzer Zeit
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Fazit

Ein günstiges Gerät, das bei vielen Nutzern allerdings schon relativ schnell zu Problemen führte. Funktioniert das Thermostat, bietet es bequemes, zeitgesteuertes Heizen und einiger Energiespareffekte. Vier Schaltzeiten reichen jedoch nicht jedem Nutzer. Der relativ geringe Funktionsumfang beim HR20-Style macht die teureren Modelle H25 und H30 von Honeywell schon attraktiver.

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